Am 19. August 2017 wurde Dogan Akhanlı in Granada verhaftet: Spanische Polizisten holten ihn frühmorgens aus dem Bett seines Hotelzimmers. Nicht zum ersten Mal: Wie in einem Zeittunnel durchlebte Doğan Akhanlı erneut die Monate im Gefängnis von Istanbul, nachdem er im August 2010 bei einer Reise zu seinem Vater inhaftiert worden war. Der absurde Vorwurf, er sei an einem Raubüberfall beteiligt gewesen, hatte 2010 vor Gericht keinen Bestand. Der Freispruch wurde allerdings wieder aufgehoben und über Interpol ein Haftbefehl verbreitet. Aus Spanien konnte Doğan Akhanlı erst im Oktober 2017 heimreisen.

Während er auf seine Rückreise nach Deutschland wartete, schrieb er ein Buch: über die Geschichte seiner Verfolgung, über sein Herkunftsland, die Türkei, die von Erdoğan in Richtung Faschismus getrieben wird, über das Land, in das er geflohen ist – Deutschland –, und über Spanien.

Albrecht Kieser, Recherche International, sprach mit Doğan Akhanlı über seine Erfahrungen und über seine Sorgen um seine Schicksalsgenossen, wie etwa Deniz Yücel. Jörg Hustiak las aus „Verhaftung in Granada oder Treibt die Türkei in die Diktatur?“ (Kiepenheuer & Witsch, übersetzt von Hülya Engin).

Veranstaltungsort: Literaturhaus Köln
weitere Partner: Verlag Kiepenheuer & Witsch, KulturForum TürkeiDeutschland, Recherche International